Heimat

Auf dem ausgehöhlten Land
Kopierte Gärten von Arbeiterhand
Einst als statisches Zechenhaus
Steht gebeutelt mein Geburtshaus

Verklebter Ruß an den Wänden
Verdecken Spalten und Risse in Gängen
Bergschäden wie Zeugen der Qual
Wunden klaffen lautloser Mühsal

Einen neuen Mantel für unsere Welt
Der Frack ist verschlissen
Lumpen liegen in der arbeitslosen Welt
Gewebt wird ein Gewand aus Computern
Verkabelt sind Wiesen und Flüsse
Der Duft der Jahreszeit ist konserviert
Heimat, wo bin ich

Zwischen Stahl und Eisen geboren
Beinahe die Ehre verloren
Haben Väter auch den Kumpel
Über Grenzen zum Lohn gebracht

Das schwarze Gold blaublütig adelt
In der Lunge jetzt quengelt und tadelt
Sind verlassen von Söhnen und Töchtern
Schuften nicht in lädierten Schächten

Im Maßstab eins zu irgendwas
Liegt als Klecks unsere Stadt
Die Gene zum Klonen reserviert
Samen auf Abruf die Babys gefriert
Wellig verrotteter Teerbelag in den Gassen
Haus hielt Haus durch Nachbarschaft
Verlassen vernarbt als Geisterstadt
Heimat, wo bin ich

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