Eisblumen

Unter der Brücke brechen Eisblumen das Mondlicht
Frostklingend taumelt das Lied der Nacht
In hauchfeinen Lumpen am eisigen See
Liegt hölzern berauscht ein alter Mann
In seinen flimmernden Händen lodert Schnee
Seine Seele ist nackt und nichts tut ihm weh
Silberwolken frieren seinen Bart
Glitzergold füllt seine filzigen Handschuhe

Aufgelehnt schnüffelt sein treuer Hund sanft
Am zart fallenden Flöckchen das die Schnapsflasche kühlt
Leckt den löchrigen Schuh geschnürt mit goldenem Band
Als Geschenkschleife hing es der Flasche an
Entfachen Flammen sein Herz durch den Schnaps
Verspürt Wärme in der heiligen Nacht

Und Lichter reflektieren in den Eiszapfen der Stadt
Und bunte Kerzen leuchten friedvoll an der Brücke in die Nacht
Nikolausrot schimmerts im Lichtermeer der Sterne
Und sanfte Engelsklänge erhöhen die Welt in der Ferne

Schwebt er glücklich und warm in die Ewigkeit

nach oben